Bühne frei für TwinPlex

Nachdem unsere Drahtlossysteme jahrelang in den anspruchsvollsten Bereichen – von Super Bowl-Halbzeitshows bis zu Theaterproduktionen – ihre makellose Leistung unter Beweis gestellt haben, fanden wir es sei an der Zeit, eine gleichermaßen überlegene Komplettlösung anzubieten: Shure Drahtlossysteme in Verbindung mit Shure Lavaliermikrofonen und Headsets.

Shure ist für seine beeindruckenden Mikrofone und Drahtlossysteme bekannt, hatte sich bislang dem Markt für Premium-Lavaliermikrofone und -Headsets jedoch weniger intensiv gewidmet als den anderen Produktbereichen.

Um das zu ändern, wollten wir unschlagbar robuste Lavaliermikrofone und Headsets konstruieren, die besser klingen als alles, was man bisher im professionellen Audio Bereich gehört hat. Wir haben uns dabei auf drei Dinge konzentriert: Klangqualität, Kabelhaltbarkeit und Schweißbeständigkeit.

Doppelt guter Klang

Um den angestrebten vollen Klang zu erreichen, schlugen die Shure Ingenieure eine Doppelmembranbauweise vor – das heißt zwei parallel angeordnete Membranen. Dank der doppelten Membranfläche gegenüber anderen 5-mm-Mikrofonen bietet die Kapsel eine vollere, wärmere Basswiedergabe mit erweitertem Übertragungsbereich und eine ausgeglichene Höhenwiedergabe. Zudem sorgt die vergrößerte Oberfläche für hervorragende technische Spezifikationen und den größten Dynamikbereich bei Lavaliermikrofonen dieser Größenordnung.

Die TwinPlex Kapsel ist als Doppelmembran mit Kugelcharakteristik und zwei parallel angeordneten Membranen ausgeführt.

Die beiden zur Seite gerichteten Kapseln bieten noch einen weiteren Vorteil: Klangverfärbungen von Signalen die seitlich oder von hinten auf die Kapsel treffen (off-axis) werden minimiert. Wenn ein Schauspieler seinen Kopf zur Seite dreht oder ein Mikrofon auf der Stirn verrutscht, bleiben die klanglichen Veränderungen minimal, da immer eine der Membranen auf die Klangquelle ausgerichtet ist.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Doppelmembrankonstruktion sind die minimierten Kabel-Störgeräusche. Die parallelen Membranen löschen mechanische Vibrationen, die am Kabel anliegen, weitgehend aus. Dies ist besonders für den Film- und Fernsehbereich relevant, da Mikrofone in Filmen und Reality Shows üblicherweise versteckt angebracht und störungsresistente Lösungen benötigt werden.

Möglichst klein muss es sein

Anfangs war die stärkste Herausforderung die Größe der Kapseln. In den ersten Entwürfen waren sie viel zu groß. Ich zeigte die frühen Prototypen einigen führenden Tontechnikern, und sie sahen mich an, als sei ich verrückt.

Wir mussten das Mikrofon mindestens 4 mm kürzer gestalten – ohne Einbußen bei der Klangqualität zu machen. Das erreichten wir, indem wir die Elektronikbauteile zwischen den beiden Mikrofonmembranen platzierten anstatt dahinter.

Kabel vs. Kabel-Biege-Maschine

Da die Kabel bei Lavaliers und Headsets meist als erstes versagen, haben wir ebenso viel Arbeit in die Kabelkonstruktion investiert wie in die Kapsel. Wir wollten ein Mikrofon mit großartigem Klang, aber gleichzeitig sollte es auf der Bühne oder im Fernsehstudio so lange wie möglich einen zuverlässigen Job machen.

Schon in der frühen Projektphase hat sich ein spezielles Team nur dem Kabel gewidmet. Wir haben lange gesucht um einen neuen Partner zu finden, der mit uns zusammen das Kabel entwickeln würde. Nach etwa einem Jahr mit vielen Tests und Besuchen bei ca. 10 verschiedenen Firmen haben wir uns für eine Firma aus dem High-End-Medizinbereich entschieden. Sie produziert eine einzigartige Kabelkonstruktion, die in medizinischen Apparaten verwendet wird.

Nachdem wir einige Prototypen gebaut hatten, haben wir die ersten Kabel auf die Wechselbiegeprüfmaschine in unserem Labor gespannt: Sie haben der unbarmherzigen Behandlung volle zwei Wochen lang standgehalten – das entspricht 140.000 Biegedurchgängen. Nach zwei Wochen haben wir den Test dann abgebrochen, weil wir die Maschine für andere Tests benötigten.

Das medizintechnische Kabel ist dünner und erheblich bruchresistenter als wir es ursprünglich auf Grundlage der Daten von Wettbewerberprodukten spezifiziert hatten.

Der Grund für seine enorme Strapazierfähigkeit ist sein ungewöhnlicher Aufbau. Der Masseleiter umschließt zwei Lahnlitzen, die als doppelt redundante Schirmung fungieren. Außerdem sind die Kabel durch die spiralförmigen Lahnlitzen sehr flexibel und lassen sich z.B. beim Film oder am Theater besonders leicht durch die Stoffbahnen eines Kostüms führen. Wir haben dieses einzigartige Kabel mit einer überschminkbaren Ummantelung versehen, die nicht austrocknet, sehr reißfest und gut überschminkbar ist – eine essentielle Anforderung für die Verwendung im Theater.

Schweißbeständig

Es lässt sich nicht leugnen: Subminiatur-Lavaliers in Theater und Broadcast sind einer gewaltigen Menge an Schweiß ausgesetzt, was die Klangqualität beeinträchtigen oder sogar zu Mikrofonausfällen führen kann. Für einen Talk Show-Moderator, den Star einer Fernseh-Reality Show oder einen Sänger, der den zentralen Song eines Broadway Musicals darbietet ist das katastrophal.

Deshalb haben wir ein Testverfahren entwickelt, dass die Funktionsfähigkeit eines Mikrofons unter dem Einfluss von Schweiß bewerten kann. Wir nennen ihn den „Sweat-Bot“. Er spritzt die Mikrofonkapseln mit teurem künstlichem Schweiß und zeigt an, wenn ein Mikrofon ausfällt. Dann nehmen wir das Mikrofon auseinander und schauen, was wir besser machen können.

Dies führte schließlich dazu, dass wir eine Kappe für die Kapsel entwarfen, die Schweiß und Feuchtigkeit gar nicht erst eindringen lässt. Wir haben uns für eine Filterkappe entschieden, die in einem Mikrospritzgussverfahren hergestellt wird und mit einer wasserabweisenden Nanobeschichtung versehen ist. Der Schweiß perlt an der Kapsel ab, bevor er eindringen kann.

Nach wochenlangen Tropftests am Sweat-Bot im Shure Labor hatten wir die optimale Methode gegen das Eindringen von Schweiß erschaffen.

Tests unter Realbedingungen

Wir wollten, dass beim TwinPlex einfach alles stimmt. Nicht nur das Mikrofon selbst, sondern auch die Verpackung, das Zubehör, die Clips, Klammern, Farben und Anschlüsse sollten perfekt sein. Wir wollten, dass TwinPlex absolut alle Anforderungen erfüllt, die High-End-Kunden stellen könnten.

Also haben wir umfangreiche Praxistests durchgeführt und Tausende von Mikrofonen in verschiedenen Branchenbereichen eingesetzt, von Theatern bis zu Broadcast-Studios und sogar Orchestern, bei denen TwinPlex für die Mikrofonierung der Streicher verwendet wurde.

Die Reaktionen waren überwältigend positiv, und wir kamen mit dem Verteilen von Testexemplaren gar nicht schnell genug hinterher.

Die TwinPlex Prototypen betraten die Bühne und wurden bei einigen der bekanntesten Shows und Theater eingesetzt, darunter The Voice, Shark Tank, die Grammys, die Oscar-Verleihung, The Jimmy Kimmel Show, The Ellen Show, Film- und Fernsehprojekte sowie Bühnen am Broadway und im West End in New York und London. Viele dieser Prototypen sind noch heute in Benutzung.

Dem Namen Shure gerecht werden

Die enthusiastische Reaktion unserer Beta-Tester zeigte uns auch, wie viel Vertrauen unsere Kunden in die Marke Shure haben. Die Tatsache, dass sie die Mikros so liebten und uns soweit vertrauten, dass sie noch nicht ganz marktfertige Prototypen verwendeten, hat bewiesen, dass es richtig gewesen war, bei der Entwicklung von TwinPlex so gründlich vorzugehen und sich vor der Markteinführung die notwendige Zeit zu nehmen.

Wir wollten von Anfang an jedes Hindernis beseitigen, das Nutzer davon abhalten könnte, unsere TwinPlex Mikrofone einzusetzen. Wir wollten überragende Klangqualität. Wir wollten optimale Strapazierfähigkeit, und wir wollten sicherstellen, dass die Produktversionen genau den Kundenwünschen entsprechen. Dank der verschiedenen Farben, Empfindlichkeiten, Anschlüsse und Zubehörteile lässt sich TwinPlex nahtlos in jede bestehende Arbeitsumgebung integrieren.

Detailliertere Informationen über die Entwicklung der TwinPlex Mikrofone finden Sie unter shure.de/twinplex.

About the author

John Born

John Born is a Product Manager at Shure Incorporated. In this role, he supervises project teams in the development of new wired microphones for performance and recording as well as headset and lavalier microphones for Shure's wireless products. Additionally, he maintains the current portfolio of microphone products and serves as the resident expert in microphone application and selection.

John also works as an audio engineer, audio system designer, and sound system consultant in the Chicago area. He has served as a live sound and recording engineer for a number of regional and touring performers, artists, and festivals. 

He has a Bachelor of Arts degree in Music Business and Audio Engineering from Elmhurst College, and an MBA in Marketing from North Park University. John is also a musician, combining an artistic ear with a deep technical understanding to developing new products.

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