Geschrieben von Stuart Stephens,

Tipps zur Vermeidung von Feedbacks beim Einsatz von Audiosystemen in Meetingräumen

Mit ihrem unangenehmen – und für Anwender wie Systeme potenziell gefährlichen – Pfeifen und Brummen gehören Rückkopplungen („Feedbacks“) zu den nervigsten Zwischenfällen während eines Meetings. Im schlimmsten Fall sorgt ein starkes Feedback sogar für die zwangsweise Unterbrechung des Meetings, bis das Problem gelöst ist. Im Folgenden erläutern wir Ihnen, warum Feedbacks entstehen und wie Sie diese vermeiden.

Ein Feedback entsteht, wenn ein Signal, das von einem Lautsprecher wiedergegeben wird, gleichphasig und mit einem bestimmten Pegel von einem Mikrofon aufgenommen wird, wodurch sich eine Schleife innerhalb des Systems bildet. Auf diese Weise wird das Signal erneut verstärkt und vom Lautsprecher wiedergegeben. Das Ergebnis: Eine oder mehrere Frequenzen des Signals können „aufheulen“ und verursachen einen fürchterlichen Lärm. Jedes Audiosystem verfügt über einen individuellen Maximalpegel, bis zu dem das System sicher genutzt werden kann. Wird dieser überschritten, steigt die Feedbackgefahr. Um die beschriebenen Probleme zu vermeiden, müssen wir zunächst verstehen, wie und warum Feedbacks entstehen.

Akustische Verstärkung vs. Potenzielle Verstärkung

Bei der Planung eines Audiosystems für einen Konferenzraum sollten die tatsächlich benötigte akustische Verstärkung und die potenziell durch das System mögliche akustische Verstärkung in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Je weiter Sie sich von einer Klangquelle wegbewegen, desto weniger Direktschall und desto mehr Raumanteile nehmen Sie wahr. Die potenzielle akustische Verstärkung eines Audiosystems wird unter anderem von der Raumakustik, der Richtwirkung und Positionierung der Mikrofone sowie dem Verstärkungspegel innerhalb des Raums beeinflusst.

Bei der Konzeption eines Audiosystems für Konferenzanwendungen sollten Sie sicherstellen, dass die am nächsten zur Klangquelle befindlichen Personen das Signal mit der gleichen Lautstärke wahrnehmen wie diejenigen, die am weitesten von der Klangquelle entfernt sind. Auf diese Weise wird die Sprachverständlichkeit optimiert, da alle Personen im Raum mehr Direktschall als Diffusschall aufnehmen. Die Menge an Verstärkung, die für eine gleichmäßige Schallabdeckung erforderlich ist, nennt man die benötigte akustische Verstärkung. Jedes Audiosystem verfügt zudem über eine maximale potenzielle Verstärkung, die hinsichtlich der Unterdrückung von Feedbacks eine entscheidende Rolle spielt.

Grundlagen der Klangoptimierung in Meetingräumen

Beim Entwurf eines Audiosystems für Konferenzanwendungen können die mathematischen Beziehungen zwischen der akustischen und der potenziellen Verstärkung einen entscheidenden Vorteil bieten. Darüber hinaus gibt es bewährte Methoden, mit denen sich die Performance eines bestehenden Audiosystems optimieren lässt.

Positionieren Sie das Mikrofon näher an der Schallquelle – Eine ungünstige Mikrofonpositionierung erfordert mehr Verstärkung, um eine Klangquelle adäquat aufzunehmen. Je höher die Verstärkung, desto höher die Feedbackgefahr.

Positionieren Sie die Lautsprecher näher an die Teilnehmer – Verteilte Deckenlautsprecher gewährleisten eine gleichmäßige Schallabdeckung. Mittels Delay verzögerte Wandlautsprecher versorgen weiter entfernt sitzende Personen mit geeigneten Pegeln. 

Reduzieren Sie die Anzahl offener Mikrofone auf ein Minimum – Mit jeder Verdopplung offener Mikrofone verringert sich die potenziell verfügbare maximale Verstärkung um 3 dB. Zudem erhöhen sich die Nebengeräusche im System und damit die Möglichkeit zur Entstehung von Feedbackschleifen.

Verwenden Sie nach Möglichkeit gerichtete Mikrofone – Mikrofone mit Kugelcharakteristik nehmen den Schall gleichmäßig aus allen Richtungen auf, während Kapseln mit Nieren- oder Supernierencharakteristik dabei helfen, ungewollte Schallanteile zu minimieren und auf diese Weise die maximal verfügbare Verstärkung zu erhöhen.

Setzen sie einen Signalprozessor ein – Bestimmte Signalprozessoren bieten eine integrierte Feedbackunterdrückung. Bei diesem Verfahren wird eine Feedbackschleife in das System gespielt, um die problematischen Frequenzen durch steilflankige Feedbackfilter zu entschärfen.  Solche Anpassungen lassen sich auch manuell über parametrische EQs vornehmen.

Verbessern Sie die Raumakustik – Jeder Raum verfügt über bestimmte Frequenzen, die stärker zu Resonanzen neigen als andere. Harte Oberflächen, wie Glas oder Tische aus Hartholz erhöhen den Hallanteil im Raum. Setzen Sie absorbierende Materialien ein, um den Hallanteil im Raum zu reduzieren, damit kommt im Verhältnis mehr Direktschall bei den Zuhörern an und es wird für eine gute Sprachverständlichkeit weniger Verstärkung benötigt.

Über den Autor

Stuart Stephens

Stuart Stephens ist Product Management Specialist bei Shure EMEA mit Erfahrung im technischen Vertrieb und Application Support. Er ist kompetenter Trainer für kabelgebundene und drahtlose Shure-Mikrofontechnik und Audio- Networking-Seminare.

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