Davida Rochman,

Mikrofone und Mikrofonierungstechniken für Konferenzsysteme

In unserer zusehend digital bestimmten Welt sterben AV-Abteilungen in Unternehmen weitgehend aus. In vielen Fällen haben sich die Verantwortlichkeiten verschoben und wurden auf die IT-Abteilungen übertragen. Im Zuge computerbasierter Verwaltungssysteme und Netzwerke müssen IT-Manager heutzutage Audiosignale für alle möglichen Unternehmensanwendungen bereitstellen.

Obwohl große Teile der Audioübertragung mittlerweile digital ablaufen, bleiben die zentralen Stellen im Signalweg – die Abnahme durch das Mikrofon und die Beschallung durch den Lautsprecher – unweigerlich analog. Genauso wie Audioprofis, die sich mit neuen digitalen Technologien vertraut gemacht haben, sehen sich viele IT-Techniker nun mit den grundlegenden Kenntnissen der Akustik und Klangübertragung konfrontiert. In Unternehmen stellen netzwerkbasierte Konferenz- und Diskussionssysteme in der Regel die erste große Hürde dar.

Obwohl große Teile der Audioübertragung mittlerweile digital ablaufen, bleiben die zentralen Stellen im Signalweg – die Abnahme durch das Mikrofon und die Beschallung durch den Lautsprecher – unweigerlich analog. Genauso wie Audioprofis, die sich mit neuen digitalen Technologien vertraut gemacht haben, sehen sich viele IT-Techniker nun mit den grundlegenden Kenntnissen der Akustik und Klangübertragung konfrontiert. In Unternehmen stellen netzwerkbasierte Konferenz- und Diskussionssysteme in der Regel die erste große Hürde dar.

Das oberste Gebot: Sprachverständlichkeit

Bevor wir beginnen: Klangqualität ist keine absolute Größe, sondern muss stets im jeweiligen Kontext betrachtet und bewertet werden. So weist ein optimaler Klang für Sprachübertragungen andere Merkmale auf als für Musik. Warum ist das so?

Bei der Wiedergabe von Musik geht es um Klangtreue. Eine gute Musikbeschallung basiert auf der akkuraten Reproduktion des gesamten Frequenzspektrums von Stimmen und Instrumenten. Das harmonische Verhältnis von Grund- und Obertönen, gepaart mit einem passenden Raumklang, kann zu Momenten außergewöhnlicher Schönheit führen.

Bei der Sprachübertragung dreht sich hingegen alles um die Sprachverständlichkeit. Das Ziel ist das jederzeitige, problemlose Verstehen der gesprochenen Wörter. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Das Problem sind Interferenzen infolge unerwünschter Klänge und Nebengeräusche, die einen negativen Einfluss auf die Sprachverständlichkeit haben können.

Haben Sie jemals einem Vortrag in einem altehrwürdigen Auditorium mit hohen Decken beigewohnt? Die gleichen zeitlich versetzten Reflexionen, die Musik groß und prachtvoll wirken lassen, sind der natürliche Feind der Sprachverständlichkeit.

Doch genau diese Sprachverständlichkeit ist von elementarer Bedeutung in Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungsgebäuden. Niemand möchte, dass die Stimme des Geschäftsführers untergeht. Niemand möchte, dass Unterrichtsinhalte nicht zu verstehen sind. Niemand möchte, dass ein Abgeordneter seine Argumente nicht klar und deutlich darlegen kann. Aus diesem Grund gilt es, sämtliche Interferenzen, die die Verständlichkeit der menschlichen Stimme in einem Meeting oder einer Konferenz beeinträchtigen, auf ein Minimum zu reduzieren.

Alles beginnt mit dem Mikrofon

Die Klangqualität eines Audiosystems ist nur so gut, wie ihr schwächstes Glied. Daher muss bereits der Abnahme der Schallquelle höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Mikrofon stellt dabei immer den ersten elementaren Schritt dar.

In Meetings und Konferenzen kommen in der Regel Tischmikrofone und am Körper getragene Mikrofone zum Einsatz. Spezialisierte Vertreter, wie Grenzflächen oder von der Decke hängende Mikrofone, sind ebenfalls häufig anzutreffen. Ob für Gesang oder Sprache – einige Design- und Konstruktionselemente eines Mikrofons gelten als universell. So verfügen die allermeisten Vertreter über interne Poppfilter und dämpfende Aufhängungen, mit denen sich unerwünschte Nebengeräusche wirkungsvoll unterdrücken lassen. Die Größe, Form, das Gewicht und das Handling sind hingegen individuell und beeinflussen sich gegenseitig.

Selbst Festinstallationen in Meeting- und Konferenzräumen stellen die Verantwortlichen immer wieder vor große Herausforderungen bei der Konfiguration eines passenden Mikrofonsystems. Dabei definiert das eingesetzte System – etwa eines, das auch dem Publikum ermöglicht, über Mikrofone an einer Diskussion teilzunehmen, im Gegensatz zu Vorträgen mit nur einem Redner – zu einem Großteil, welcher Mikrofontyp verwendet wird. Wir halten fest: Bestimmte Konstruktionsprinzipien von Mikrofonen gelten für alle Varianten, während andere nur in bestimmten Anwendungen zum Einsatz kommen und eine jeweils unterschiedliche Einsatztechnik erfordern, um das volle Potenzial eines Mikrofons entfalten zu können.

Der Einsatz von Mikrofonen in Meetings und Konferenzen

Starten wir mit ein paar grundlegenden Setup- und Anwendungstipps zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit, die in jedem Meeting und jeder Konferenz funktionieren und die man gezielt an die IT-Kollegen und Teilnehmer weiterreichen sollte.

  • Sprechen Sie deutlich und natürlich
  • Richten Sie das Mikrofon immer auf Ihren Mund aus und weg von störenden Klangquellen.
  • Vermeiden Sie eine übermäßige Handhabung des Mikrofons, Trommeln mit den Fingern auf dem Tisch, unnötiges Papierrascheln usw.

Werfen wir nun einen Blick auf die Mikrofontypen, die im Rahmen Ihres Konferenz- oder Diskussionssystems normalerweise zum Einsatz kommen. Für jeden Mikrofontyp halten wir ein paar Tipps parat:

handheld microphone being used at meeting

Handmikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon für einen ausgewogenen, natürlichen Klang etwa 10 bis 30 cm vom Mund des Redners entfernt und richten sie das Mikrofon leicht versetzt auf den Mund aus, um Atemgeräusche zu minimieren.
  • Bei Verwendung eines gerichteten Mikrofons entsteht aufgrund des Nahbesprechungseffekts ein stark basslastiger Klang, sobald sich der Sprecher zu nah am Mikrofon befindet. Sollte dieser Fall auftreten, lassen sich übermäßige Bassfrequenzen mittels EQ (Hochpassfilter) nachträglich abmildern.
  • Wer zu direkt in das Mikrofon spricht, verstärkt die Übertragung von Atemgeräuschen. Verwenden Sie in diesem Fall einen externen Poppfilter, um Atemgeräusche zu reduzieren.

Anwendung

  • Greifen Sie das Mikrofon nur an seinem Korpus. Ein Berühren oder Abdecken des Mikrofonkorbs beeinträchtigt die Richtwirkung des Mikrofons.

gooseneck microphone in meeting room

Schwanenhals-Mikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon etwa 20 bis 40 cm vom Mund des Redners entfernt und richten sie das Mikrofon leicht versetzt auf den Mund aus. Richten Sie das Mikrofon zusätzlich auf eine Stelle leicht unterhalb des Mundes aus, um Atemgeräusche zu minimieren.
  • Sobald das Mikrofon für einen Teilnehmer ausgerichtet ist, sollten Sie das Mikrofon oder den Schwanenhals nicht mehr berühren.

Anwendung

  • Achten Sie darauf, einen konstanten Abstand zum Mikrofon einzuhalten, um einen gleichmäßigen Pegel zu produzieren.
  • Tippen oder pusten Sie nicht auf bzw. in das Mikrofon.

lavalier microphone on shirt

Lavalier-Mikrofone

Setup

  • Platzieren Sie das Mikrofon so nah wie möglich am Mund, vorzugsweise am Halsausschnitt.
  • Vermeiden Sie es, das Mikrofon unterhalb der Kleidung anzubringen oder in anderen Positionen, an denen Kleidung und andere Gegenstände mit dem Mikrofon in Berührung kommen können.
  • Verwenden Sie einen Windschutz, insbesondere beim Einsatz gerichteter Lavalier-Mikrofone.

Anwendung

  • Um stets in der Haupteinsprechrichtung des Mikrofons zu bleiben, gewöhnen Sie sich an, Bewegungen weniger mit dem Kopf und mehr über den gesamten Körper vorzunehmen.
  • Lavalier-Mikrofone sind sehr empfindlich und übertragen selbst subtile Nebengeräusche. Sobald Sie das Mikrofon tragen, sollten Sie das Mikrofon sowie das Kabel nicht mehr berühren.
  • Vermeiden Sie es, direkt in das Mikrofon zu atmen.

headworn microphone

Nackenbügel-Mikrofone

Setup

  • Richten Sie das Mikrofon nicht direkt auf den Mund aus, um übermäßige Atemgeräusche zu vermeiden.
  • Platzieren Sie das Mikrofon leicht unterhalb des Mundwinkels, ohne dass das Mikrofon das Gesicht berührt.
  • Verwenden Sie einen Windschutz zur Vermeidung von Atemgeräuschen.

Anwendung

  • Passen Sie den Nackenbügel sorgfältig an, um einen sicheren und komfortablen Sitz zu gewährleisten.
  • Tippen Sie nicht auf das Mikrofon.

In der Computerwissenschaft gibt es einen Leitspruch, der sich gleichermaßen auf den Audiosektor übertragen lässt: Unsinn rein, Unsinn raus. Computer benötigen präzise Daten, um verlässliche Resultate zu generieren. Ein Audiosystem verhält sich ähnlich und ist nur so gut wie die Eingangssignale, die ihm zugeführt werden. Der erste Schritt: Der korrekte Einsatz der verwendeten Mikrofone.

Über den Autor

Davida Rochman

Davida Rochman ist seit 1979 bei Shure – und hatte sich nicht unbedingt vorgestellt, dass die erste Stelle nach ihrem Abschluss in Speech Communications in eine lebenslange Karriere münden würde, bei der es weniger um das Sprechen in Mikrofone als um die Vermarktung derselben geht. Heute ist Davida Communications Manager und bringt ihre Fähigkeiten in einer Vielzahl von Bereichen ein, von PR, Social Media und Contenterstellung bis zum Sponsoring.