Wie findest du das richtige Mikrofon?

1.) Einsatzgebiet: Was möchtest du mit dem Mikrofon abnehmen?

Das erste wichtige Kriterium für die Wahl eines geeigneten Mikrofons ist das Einsatzgebiet. Möchtest du Sprache, Gesang oder ein Instrument abnehmen? Im Allgemeinen eignen sich dynamische Mikrofone für laute Signale wie beispielsweise kräftige Stimmen, die Abnahme eines Gitarren-Amps oder von Schlagzeug-Toms. Kondensator-Mikrofone liefern detailgetreuere Aufzeichnungen und eignen sich daher besser für akustische Instrumente wie Gitarre, Blasinstrumente und Schlagzeug-Overheads, aber auch für feine Gesangsstimmen.

Im Studio werden hauptsächlich Kondensator-Mikrofone eingesetzt, da man hier eine möglichst genaue Reproduktion des Originalsignals erzielen will. Hast du dich für ein Kondensator-Mikrofon entschieden, musst du noch an die Versorgungsspannung denken und dir folgende Frage beantworten: Liefert dein Mischpult Phantomspannung oder benötigst du ein (Kondensator-)Mikrofon, das auch mit einer Batterie betrieben werden kann?


 

2.) In welcher Umgebung willst du das Mikrofon verwenden?

Soll das Mikrofon auf einer lauten Rock’n’Roll Bühne, bei eher relativ leisen Vorträgen oder gar im (Home Recording-)Studio eingesetzt werden? Hier kommt nun die Richtcharakteristik ins Spiel. Generell liefern Mikrofone mit Kugelcharakteristik das naturgetreuste Ergebnis. Allerdings sind sie sehr anfällig für Rückkopplungen. Sie eignen sich hervorragend für Aufnahmen oder für Vorträge, bei denen keine oder nur sehr kleine Beschallungsanlagen verwendet werden.

Aufgrund der Rückkopplungsanfälligkeit werden auf Bühnen mit großen Beschallungs- oder Monitoranlagen keine Kugeln eingesetzt, man greift hier zur Nieren- oder gar Supernierencharakteristik. Durch die starke Richtwirkung dieser Mikrofone werden Rückkopplungen minimiert und man erzielt eine starke Isolation der einzeln abgenommenen Instrumente.


 

3.) Mikrofonklang: Soll dein Mikrofon neutral klingen oder auf eine bestimmte Anwendung zugeschnitten sein?

Wichtig ist auch, ob dein Mikrofon auf eine Anwendung (z.B. Stimme) zugeschnitten sein oder ob es möglichst neutral klingen soll. Hierfür ist der Frequenzgang entscheidend. Ein Mikrofon mit konturiertem Frequenzgang (z.B. das SM58 oder Beta 58A) setzt sich im Mix von vorne herein gut durch, ohne dass man stark in die Klangregelung eingreifen muss.

Soll die Schallquelle allerdings so original wie möglich aufgenommen werden, ist ein linearer Frequenzgang (z.B. das PG81 oder das KSM137) die bessere Alternative. Im Studio werden im Allgemeinen Mikrofone mit linearem Frequenzgang eingesetzt.


Tipp zur Mikrofon-Auswahl
Diese technischen Begriffe wie Wandlertyp, Richtcharakteristik und Frequenzgang sollen Dir helfen schnell ein geeignetes Mikrofon zu finden.
Um wirklich ein für Dich passendes Mikrofon zu finden solltet Du dir Zeit nehmen und Mikrofone miteinander vergleichen. Denn das Mikrofon muss zur Stimme bzw. zum Instrument passen. Und in erster Linie zäht dein Geschmack. Du wirst nur mit der Auswahl des Mikrofons zufrieden sein, wenn Dir der Klang gefällt.

 

 


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