Die Abnahme eines Klaviers ist die Königsdisziplin der Mikrofonierung. Auf der einen Seite, da das Klavier akustisch gesehen das umfangreichste Instrument ist. Es hat einen sehr weiten Frequenzumfang (Saiten-Resonanz-Frequenzen 27,5 - 4200 Hz; mit Oberwellen bis hin zu 12 kHz) und auch einen extrem weiten Dynamik-Umfang. Auf der anderen Seite, da es zahlreiche unterschiedliche Platzierungsmöglichkeiten der Mikrofone gibt.
Es sind bereits unzählige Artikel und Bücher erschienen die sich mit der Mikrofonierung eine Flügels beschäftigen und es gibt ebenso viele verschiedene Ansätze, so dass im Rahmen dieser kleinen Einführung dieser Bereich nur gestreift werden und auf die wichtigsten Grundlagen kurz eingegangen werden kann. Das einzige was bei allen Arten der verschiedenen Pianoabnahmen eine Konstante darstellt ist der Typ des Mikrofons.
Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Kleinmembran (KM) Kondensator-Mikrofone und immer um zwei Mikrofone um ein Stereo-Bild zu erhalten. Die tieferen Frequenzen werden standardmäßig nach links gebracht und die hohen dementsprechend nach rechts (so wie der Pianist es hören würde). Ansonsten kommt es auf die Art der Abnahme (Recording oder Live) und natürlich die Musikrichtung an.